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Pilotprojekt-Erfahrungen

Pilotprojekt Erfahrungen
Ein Pilotprojekt, das die erfolgreiche Realisierung von integrativen Arbeitsplätzen in Deutschland belegen soll - und dies ausgerechnet in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) anzusiedeln, ist sicher ungewöhnlich. Höhere Leistungsfähigkeit, oder gar Neues zu realisieren, traut man der WfbM mit ihren behinderten Mitarbeitern nicht zu. Zudem hat eine WfbM in der Öffentlichkeit noch immer das Image, eine Billiglohninsel der Industrie zu sein.
 
Gerade deshalb war es für alle Beteiligten die große Herausforderung, mit schwer vermittelbaren Menschen zu zeigen, welch hervorragende Leistung sie doch vollbringen können. Es war das Ziel, die WfbM so leistungsfähig zu machen, dass sie Innovationen fertigen konnte, die dem Nutzen vergleichbarer Produkte überlegen sind.
 
Im Ergebnis hatte kein Produkt der Branche ähnlich viel Nutzen für die Kunden zu bieten - auch durch dabei entstandene Arbeitsplätze. Die Integration war dabei sehr erfolgreich und die Akzeptanz in der Gesellschaft gelang vollständig.

Vertrauen durch Innovationen und Alleinstellung im Markt
Um dieses Pilotprojekt mit Produkten aus der Reinigungsgerätebranche zu realiseren gab es viele Gründe: Wir wollten mit diesen Produkten die breite Öffentlichkeit für unser Handeln gewinnen - und wollen damit auch verdeutlichen, dass es selbst in dieser Branche gute Chancen gibt, mit unserer Handlungsweise neue Arbeitsplätze zu schaffen.
 
Dabei ist es wichtig zu erkennen, dass es vor allem auf den Willen der Verantwortlichen (Entscheider) ankommt, Arbeit für behinderte Menschen überhaupt schaffen zu wollen. Nicht die Produkte und auch nicht die Fertigungsverfahren kopieren, war unser Ziel. Innovationen mit Alleinstellungsmerkmalen und Nachhaltigkeit sollten durch konstruktive Veränderungen die neuen Arbeitsplätze ermöglichen und Vertrauen zwischen Produzenten und Kunden in Unterstützte Beschäftigung schaffen.
 
Positive Erfahrungen
Mit der Investition von ca. 300.000.- DM haben wir das Pilotprojekt 1994 gestartet und 1997 erfolgreich abgeschlossen. In der WfbM MA-Vogelstang haben wir ein neues Verfahren, das in anderer Ausführung für die Herstellung von Reinigungsgeräten nur in den USA bekannt war, entwickelt. Wir haben dieses Verfahren langzeitgetestet und dabei geprüft, wie die Realisierung und die Produktion funktioniert. Wir haben einfache Reinigungsprodukte in einer Testreihe produziert, um die Parameter der Technologie zu ermitteln. Bereits bei dieser Entwicklung 1997 erzielten wir "Unterstützte Beschäftigung" - und für Menschen mit einer Behinderung Arbeitsplätze.
 
Auf diesen Erfahrungen aufbauend planen wir jetzt den Aufbau unseres Musterbetriebes. Wir haben eine Serie Reinigungsgeräte entwickelt, die durch neuen konstruktiven Aufbau, Material- und Energieeinsparungen ermöglichen und gleichzeitig Arbeitsplätze für behinderte Menschen bieten. Die Fertigungsabläufe sind bereits erfolgreich getestet - und dabei die ergonomische Arbeitsplatzgestaltung in der Zukunft bedacht.
 
Unsere weitere Planung
- sieht jetzt vor, in Zusammenarbeit mit etablierten Unternehmen, mit interssierten Verbrauchern und mit engagierten WfbMs eine Fertigung aufzubauen, die im Einklang mit den Qualitätsstandards der EUSE "Unterstützte Beschäftigung" bieten wird. Durch einfache Qualifizierung und Einweisung wird es behinderten Menschen möglich sein, innovative Produkte, ökologisch optimiert und excellent gestaltet, herzustellen.